Dauerhaft leben mit Jesus

Dauerhaft leben mit Jesus

Treue

Stefan Heerdegen / pixelio.de

Voraussetzungen

Dauerhaft leben mit Jesus – dafür gibt es einige Voraussetzungen. Allerdings ist Gott ist souverän und entscheidet höchst persönlich, wem Er den Heiligen Geist wann schenkt und wem nicht. Im Glauben jedoch, der sich auf die Bibel gründet, gibt es ganz klare Aussagen darüber, was sich Gott vom Menschen wünscht, den Er retten möchte, damit dieser nicht die Ewigkeit nach dem physischen Tod in der traurigen Gottesferne verbringen muss.

Dazu gehört die Befreiung von dämonischen Geistern, eine gründliche Bereinigung des vorherigen Lebens durch Buße und Umkehr, sowie die ernsthafte Übergabe des eigenen Lebens an Jesus Christus. Das wird durch die Erwachsenentaufe in Wasser und im Heiligen Geist symbolisiert. Dann wird Gottes Liebe in all den Veränderungen offenbar, die danach eintreten.

In der Taufe schließt Gott mit uns einen Bund, den “Bund des guten Gewissens”. Eine neue Identität wird uns geschenkt, in der wir nicht mehr unter dem Zwang stehen, Dinge zu tun, von denen wir wissen, dass sie Gott missfallen und uns nicht gut tun. Würden wir dies doch tun, über einen längeren Zeitraum, so bekäme das dämonische Reich wieder das Recht, sich uns zu nähern. Das Leben mit Jesus kann beginnen, den nach der Taufe beginnt der Prozess der “Heiligung”, in dem mehr und mehr alte Prägungen aus uns heraus fließen dürfen – mit Gottes Hilfe.


Mit Jesus reden

Eine Beziehung ist wie ein Band, es verbindet zwei Menschen. Jesus war Mensch und ist Gott. Wie wunderbar, denn Er kennt uns besser als wir uns selber kennen. Er weiß um unsere Ängste, Nöte, Freuden, um unsere Stärken und Schwächen und um unser Herz. Jesus hat in der Bibel oft im Vergleich von “Braut und Bräutigam” gesprochen, und Er hat damit sich gemeint und die Menschen, die Ihm nachfolgen – seine Braut.

Wo gibt es einen Partner wie Jesus? Er hat immer ein offenes Ohr, Er ist immer für dich da, Er liebt dich so sehr, Er möchte alles von dir wissen, in allem mit dir leben. Er ist derjenige, dem du immer und überall vertrauen kannst, der immer der richtige Ansprechpartner ist – BEVOR man andere Menschen fragt, und sogar bevor man sich selber fragt. Du kannst Ihm alles erzählen, alles mit Ihm besprechen. Und Er antwortet!

In einer Beziehung unter Liebenden ist die Kommunikation das A und O – einander gegenseitig zuhören. Wenn man nicht miteinander redet, lebt man entweder aneinander vorbei, oder bekommt die Veränderungen, Gedanken und Gefühle des Anderen überhaupt nicht mit. Die Folge ist, dass die Beziehung langsam stirbt. Genauso ist es mit Jesus. Wenn ich damit aufhöre, mich mit Ihm täglich neu abzugleichen, mit Ihm zu reden, Ihm zuzuhören, Ihm meine innersten Gedanken zu erzählen – dann stirbt unsere Beziehung.

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Es beginnt mit einem etwas flauen, verlorenen Gefühl, irgendetwas fehlt, ich persönlich fühle mich dann irgendwie wie auf Glatteis, rutschig, ohne Sicherheit, ohne das Netz unter dem Trapez. Wenn du zu wenig Vertrauen, zu wenig Zeit und zu wenig Liebe aufwendest, um die Beziehung zu pflegen, um wirkliche Antworten zu erhalten, bewegst du dich sehr bald auf einem Seitengleis, das ins Nirgendwo führt. Deshalb ist es so wichtig, sich täglich, und möglichst als Erstes Zeit für Ihn zu nehmen, um die wichtigsten Dinge zu besprechen.

Und jede Partnerschaft, in der man sich nicht seine Liebe zeigt, ist ebenso verloren. Also beginne doch den Austausch damit, Ihm zu sagen wie sehr du Ihn liebst, wie sehr Er dir fehlt, sobald du auf eigenen Wegen wanderst, wie sehr du Ihn brauchst und wie schön Er ist… wurde nicht durch Ihn die Welt mit ihrer außergewöhnlich schönen Natur geschaffen? Und hat Er nicht einen wunderbaren Charakter gezeigt im Neuen Testament? Sanftmütig, aufrichtig, ohne zu verurteilen und so heilsam, mitfühlend, sich selbst zurück nehmend, aufopfernd, wahrhaft demütig, das Gegenteil von stolz, jedoch total authentisch und ehrlich und wahr.

Es gibt vieles was man Ihm sagen kann, und Er freut sich daran und kommt noch ein Stück näher. Demut zieht Ihn besonders an, dein weiches Herz, oder dein hartes Herz, das Er ausdrücklich erweichen darf, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, und immer wieder deine ehrliche Umkehr von falschen Gedanken, Gefühlen und Taten – der tägliche Reinigungsprozess. Es dürfen gerne Tränen fließen, das reinigt, und der Heilige Geist liebt es, uns von unserer Schlechtigkeit zu überführen. Denn ja: wir sind alle nicht so toll, wie wir uns gerne selbst einreden.

Wenn du mit Jesus redest, steht der Vater immer hinter Ihm, im Grunde sprichst du mit Beiden, und der Heilige Geist lenkt dein Gebet – es gibt da ja nicht wirklich eine Trennung. Je nachdem welcher Aspekt gerade für dein Problem oder deinen Zustand gut ist – davon hängt ab, wen du ansprichst. Jesus ist aber im Zweifelsfall immer der erste Ansprechpartner, denn schließlich hat Er Sein Leben für uns gegeben, um die Verbindung zum Vater wieder möglich zu machen.


Wach bleiben

Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid; stellt euch selbst auf die Probe! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, dass ihr unecht wärt!

2. Korinther 13, 5

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Wach bleiben heißt für mich, sich täglich zu prüfen und die Tricks und Schlichen meiner Seele, die aus alten Mustern meines alten Lebens ohne Gott stammen, zu erkennen und sofort mit Gebet gegen zu steuern. Alles darf ich meinem Bräutigam übergeben, damit Er damit tut was Er für richtig hält. Das was Jesus Seinen Jüngern gesagt hat versuche ich zu leben, um immer wieder von den alten Schlingen frei zu werden, die sich wieder zu ziehen wollen. Wir dürfen alles auf Jesus werfen, wir müssen uns noch nicht mal selbst ändern, sondern Er ändert uns, wenn wir Ihn bitten und immer wieder um sinnen (Buße).

Wach bleiben heißt auch zu erkennen, wenn ich faul und träge werde, und meinen Bräutigam vernachlässige und davon umzukehren.

Wir müssen übrigens nicht aus eigener Kraft wach bleiben, denn nichts geht ohne Jesus. Deshalb hilft ein Gebet zum Heiligen Geist, dass Er uns wecken möge, wann immer es nötig ist.


Sich vom Geist führen lassen

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Es ist die innere Ausrichtung, sich von Jesus führen lassen zu wollen, die unser Leben und uns selbst verändert. Es ist die Haltung von Demut. Natürlich sind wir gewohnheitsmäßig geneigt, uns und unsere spontanen Reaktionen zu folgen, doch, je länger wir mit Jesus gehen, umso mehr ruft uns der Heilige Geist zurück. Er hat Seine Mittel und Wege, uns die Dinge bewusst zu machen. Ein flaues Gefühl im Bauch? Unfrieden? Streit und Zwist? Gerangel? Egoistische Gedanken? Au ja, der Heilige Geist freut sich, wenn du Ihn fragst was los ist und ob du Seine Hilfe brauchst, um wieder auf Spur zu kommen.

Wir dürfen uns in allem vom Heiligen Geist helfen lassen: soll ich mich mit dieser Person treffen? Soll ich sie anrufen? Jetzt oder ein andermal? Gibst Du mir bitte die Worte ein? Segnest Du unser Gespräch? Machst Du es fruchtbar? Zeigst Du mir, wie ich beten soll und für was? Welche Schritte soll ich jetzt gehen? Wo möchtest du mich hin haben? Was willst du was ich tun soll?


Sauber bleiben

Befreiung von Dämonen, sein Leben niederzulegen, vom Alten umzukehren und dann sich taufen und mit dem Heiligen Geist erfüllen zu lassen – all dies hat dich rein gemacht, hat dir eine neue Identität geschenkt – Du bist bewusst IN JESUS und ER IN DIR. Die Anforderungen des Lebens ändern sich nicht, Menschen, die dich umgeben ändern sich nicht, oder nur langsam – wie gehst du jetzt mit all dem um? Wie erhältst du deine neu gewonnene Reinheit im Innern? Es geht gar nicht darum, sofort herum zu laufen und Andere zu evangelisieren. Da hat jeder eine andere Berufung. Aber was deine Verantwortung ist: sauber bleiben und nach dem Hinfallen wieder aufzustehen.

Umkehr kultivieren

Das wirklich mächtigste Mittel, um wieder sauber vor Gott zu werden ist die ehrliche Umkehr (Marco Gmür: Kreislauf der Erneuerung), das Umsinnen im Geist und Bereuen in der Seele, das Abwenden vom Falschen auch im Tun – wobei es wichtig ist, nicht in Selbstanklagen stecken zu bleiben, sondern sich auch selbst immer wieder zu vergeben – aber erst nachdem wir Gott um Vergebung gebeten haben. Wir bedanken uns einfach für die Vergebung, die Er uns bereits in dem Moment gewährt hat, in dem wir umgekehrt sind. Es geht einzig um unsere ehrliche Absicht. Und es ist durchaus normal, immer wieder Fehler zu machen. Es geht nicht um Gesetzlichkeit, sondern um unser Menschsein, das nun mal nicht perfekt ist. Und Gott weiß das und liebt uns dennoch.

Dauerhaft leben mit Jesus – da ist es nicht so wie in den östlichen Traditionen, wo man, einmal erleuchtet, nichts mehr tun muss. Immer wieder müssen wir uns beugen vor Ihm, vor dem wahrhaft Heiligen, denn wir sind im Vergleich zu Ihm nichts. Und dass dieser großartige Gott sich überhaupt herab lässt, mit uns in Beziehung treten zu wollen, obwohl wir uns so gerne mit Dreck besudeln, grenzt an ein Wunder. Jedoch geht es nicht darum, rein mechanisch irgendwelche geistlichen Buß-Übungen zu machen – es geht um die lebendige Beziehung und um die Frage: liebe ich dich, Jesus, noch so sehr wie am Anfang? Oder steht etwas zwischen uns? Spüre ich grauen Nebel zwischen uns oder eine Kluft? Heiliger Geist: Was ist die Ursache? Wo habe ich gefehlt?


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Es wird nicht lange dauern, und die Antwort kommt, vielleicht gleich mit Begründung. In der Regel spürst du es jetzt selbst, dass etwas falsch war in Gottes Augen, was du anscheinend vorher nicht richtig bemerkt hattest.

Wenn die Einsicht da ist, kommt die Überführung ganz von selbst. Überführung ist wie eine Brücke, die eine Verbindung sofort und unmittelbar wieder herstellt. Oft wird das Herz dabei tief bewegt. Überführung ist eines der tiefsten Geheimnisse in der Beziehung mit Gott. Sie ist mächtig, weil sie dich schlagartig zurück zu Gottes Herz beamt. Und der Friede ist wieder da. Dann kannst du wieder selig in Gottes Gegenwart schwelgen.

Gedankenhygiene

Es gibt ja diesen schönen Spruch “die Gedanken sind frei…” – in Wirklichkeit sind Gedanken ungezogene Kinder, die immer wieder ausbüchsen wollen. Sie (meine jedenfalls) neigen dazu, sich dem Schlechten zuzuwenden, Andere zu kritisieren, zu meckern, oder gar schlecht zu machen. Vielleicht bist du ja anders, doch bei mir ist das immer wieder ein Thema. Da ich ja nun weiß, dass in der Bibel steht, wir sollen unseren Nächsten lieben wie uns selbst, stehe ich vor dem Problem, wie ich das umsetzen könnte.

Barbara Eckholdt / pixelio.de

Aber auch da gibt es eine Lösung zur Reinigung. Zunächst bitte ich den Heiligen Geist darum, einen Wächter vor meine Gedanken und vor meinen Mund zu stellen und mich sofort darauf aufmerksam zu machen, wenn es in mir wieder ausufert. Und dann – da ich doch gar nicht so denken will – wende ich mich nach “oben” und sage: “Herr, ich gebe dir das alles ab, bitte nimm es weg!” Es ist immer wieder so krass, dass das wirklich gut funktioniert, denn an die Stelle der negativen Gedanken tritt einfach nur ein gepflegtes, duftendes “Nichts”. Für längere Zeit ist dann wieder Ruhe.

Wenn ich dies vernachlässige, steigert sich das ungebremste Denken in Ablehnung von Menschen hinein, es türmt sich auf in wüstes Verurteilen – destruktiv und herabwürdigend, während mein Stolz unbemerkt Party feiert.

Dies ist leider ein Denken, das ich von meinen Eltern übernommen habe, und ich werde sicher noch viel an meinen Gott abgeben müssen. Umso mehr freue ich mich, dass es diese Möglichkeit gibt, so dass meine Beziehungen seitdem mehr Bestand haben und nicht mehr so vergiftet werden.

Gedankenhygiene ist unverzichtbar, um sich nicht wieder durch Herabwürdigung Anderer zu beschmutzen. Und selbst wenn ich recht hätte, oder im Recht wäre – das interessiert Gott nicht, denn Er ist der Richter, nicht ich. Ich überschreite nach den Gesetzen des Königreiches meine Kompetenz, wenn ich Menschen verurteile. Sicherlichkann ich beurteilen, aber ich sollte nicht verurteilen und mich damit über Andere stellen. Nur Gott ist Richter.

Jesus hatte dazu Folgendes zu sagen:

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn mit demselben Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit demselben Maß, mit dem ihr [anderen] zumesst, wird auch euch zugemessen werden. Was siehst du aber den Splitter im Auge deines Bruders, und den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Halt, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen! — und siehe, der Balken ist in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, und dann wirst du klar sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen!

Matthäus 7, 1-5

Geistiger Kampf

Austausch/ Gemeinschaft

Nahrung: Bibel lesen