Podcast: Johannes Kapitel 6

Johannes Kapitel 6 – Die Vermehrung der Brote

Johannes Kapitel 6

Der See bei Tiberias ist der See Genezareth, der deshalb auch “See Tiberias” genannt wird. Diese Stadt wurde im Jahr 17 von Herodes Antipas erbaut, Jesus war damals noch ein sehr junger Mann. In Tiberias – so ist es überliefert – soll übrigens auch Johannes der Täufer, der Cousin von Jesus, geköpft worden sein.

Es heißt in Johannes Kapitel 6, dass Jesus eine große Volksmenge folgte, als Er am See Genezareth weilte, denn die Menschen hatten Seine Wunder gesehen oder von ihnen gehört. Was für ein Aufruhr! Zahllose Menschen reisten Ihm hinterher. Von so vielen Menschen verfolgt oder gar bedrängt zu werden, ist sicherlich nicht einfach, denn bestimmt ging es da nicht nur ruhig und gesittet zu. Wenn ich an den Star-Kult und den Rummel denke bei den Auftritten der Beatles oder bei Abba…. Jesus wurde tatsächlich mehr und mehr zum Star der Region. Sicherlich gab es jede Menge Gerüchte, Gerede und Erwartungen und Geschichten über Ihn.

Die Rede ist in Johannes Kapitel 6 von fünftausend Männern, die übernatürlich von Gott versorgt wurden. In etwa genauso viele Frauen könnten dabei gewesen sein und sicherlich auch viele Kinder – es müssen jedenfalls über zehntausend Menschen gewesen sein.

Sie alle kamen wegen Ihm – deshalb fühlte sich Jesus auch für sie verantwortlich. Fürsorglich, wie ein Vater, dachte Er an ihr körperliches Wohl. Sie sollten nicht hungern wegen Ihm. Jesus war sich offensichtlich sicher, dass Ihn der Vater nicht im Stich lassen würde, als Er Ihn um die Vermehrung der Brote bat.

Jesus zeigt sich nicht nur fürsorglich, sondern auch als Gegner von Verschwendung. Die Reste sollten eingesammelt werden, damit nichts verdirbt. Mit anderen Worten: die Jünger gingen im Anschluss durch die Menge und sammelten alles auf, was nicht gegessen worden war und irgendwo herum lag. Auch wenn Gott im Überfluss geschenkt hatte, so sollte nichts verkommen. Man ehrte das was gegeben wurde, man schätze es wert – wir können uns daran ein Beispiel nehmen für unsere heutige Zeit, wo wir so viele Nahrungsmittel verschwenden und weg werfen, jedenfalls hier im Westen- wo es doch so viel Hunger gibt.

Gott schenkt immer im Überfluss, auch Vermehrung in der Natur geschieht im Überfluss… Multiplikation ist eines von Gottes Prinzipien. Wenn man an die vielen Samen eines jeden Baumes denkt, oder an Frosch- oder Fischlaich, oder die Massen von Spermien in jedem Tropfen Sperma – Gott sät in großen Würfen, damit sich das Leben vervielfältigt. Er zeigt damit den ganzen Reichtum und Großzügigkeit, die aus Seiner Liebe quillt. Er will uns voll einschenken und die Fülle geben.

Nach der Vermehrung der Brote musste Jesus geradezu flüchten vor den Menschenmassen, denn jetzt waren sie vollends von Ihm überzeugt, und es gab kein Halten mehr. Kein Wunder, dass Jesus sich allein auf den Berg zurück zog – Sein Lieblingsort, um mit dem Vater allein zu sein.

Johannes Kapitel 6 – Wunder über Wunder

Johannes Kapitel 6
See Genezareth

Noch in der gleichen Nacht sahen Seine Jünger Jesus über das Wasser laufen – unglaublich! Und kaum hatten sie Ihn ins Schiff hinein genommen, da versetzte Er das ganze Schiff übernatürlich – sozusagen in Lichtgeschwindigkeit – vom einen Ende des Sees zum anderen. Und die Menschenmassen am Ufer wunderten sich wo Er geblieben war und kamen hinterher mit Schiffen.

Was muss das für ein Aufruhr gewesen sein unter den Leuten! Sie müssen überwältigt und aufgewühlt gewesen sein von den Geschehnissen, die ihren Verstand überstiegen. Noch nie hatte ein Mensch solche Dinge getan!

Johannes Kapitel 6 – Ich bin das Brot des Lebens

Jesus wusste wer Er war, Er wusste, wen Er als Mensch repräsentierte und verkörperte: Das LEBEN, das der Vater geschaffen hatte, das eins mit dem Vater ist. Daran gab es für Ihn keinen Zweifel, sonst hätte Er niemals so auftreten und sprechen können. Er sprach ohne jede Arroganz, einfach in der natürlichen, klaren Autorität eines Menschen, der Sein Licht nicht unter den Scheffel stellt, der Seine Aufgabe kennt, den Grund Seines Hierseins.

Heute würde man so jemanden für größenwahnsinnig halten. Die Pharisäer und Schriftgelehrten taten dies, sie hielten Ihn für einen Scharlatan. Doch Jesus’ Taten sprachen ihre eigene Sprache, denn kein Größenwahnsinniger kann aus einem Wahn heraus solche Dinge tun wie sie Jesus tat. Irgendwo her musste wohl die Kraft gekommen sein, und kommt sie auch noch heute – mit der Er wirkte und auch heute noch wirkt. Und die Menschen fragten sich: “Könnte Er wirklich der verheißene Messias sein?”

Er selbst wusste von Kindesbeinen an, was für eine Aufgabe Er hatte. Seine wenigen Jahre, in denen Er öffentlich wirken konnte, waren voll mit Ereignissen und Zusammenhängen, die bereits Hunderte von Jahren zuvor prophetisch in den Schriften (der Schriftsammlung, die wir heute als das heutige “alte Testament” kennen) vorher gesagt worden waren. Und Er kannte diese alten Schriften genau. Oft genug hat Er sie zitiert und auf sie Bezug genommen. Deshalb war Ihm auch sehr, sehr klar, wohin Ihn Sein Weg in letzter Konsequenz führen würde: zum Kreuz, zum Opfertod – aber auch zur Auferstehung, damit alle, wirklich alle Prophezeiungen sich erfüllen würden.

Hauptthema von Johannes Kapitel 6 ist es, dass Jesus immer wieder davon spricht, dass Er das “Brot des Lebens” ist – symbolisch das, womit wir uns alle ernähren können und sollen – Er lädt uns dazu ein. Und Er spricht vom Wein als “Sein Blut”.

Von dem Chassiden Friedrich Weinreb habe ich gelernt, dass Wein in der Bibel symbolisch als “Geist” verstanden werden kann, denn er ist die vergorene (verwandelte und veredelte) Essenz aus den Trauben. Nicht umsonst sagte Jesus immer wieder:

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Johannes 15, 5

Wein ist gleich “Geist”, und Gott ist Geist. Wir sind die Früchte von Jesus Christus, die zertreten werden und gären dürfen, um ganz in ihre Bestimmung zu kommen. So geht es also nicht um uns als Einzelne, sondern als Gruppe bzw. Volk Gottes.

Das Brot steht für Seinen physischen Körper, dessen Fleisch am Kreuz geschlachtet wurde, damit wir uns von Seiner Botschaft ernähren können. Sein Opfer gibt uns die Möglichkeit, aus dem Fluch der Sünde (Zielverfehlung) heraus zu kommen und Gott wieder nahe zu sein.

Als Jesus diese blutrünstige Botschaft von Seinem Blut und Seinem Fleisch verkündete – als Er also seinen martialischen Tod vorher sagte – da verließen Ihn Viele, die Ihm gefolgt waren.

Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr nicht auch weggehen?

Joh. 6, 67

Jesus überließ den Jüngern diese Entscheidung und beeinflusste sie nicht. Er wäre bereit gewesen, sie alle ziehen zu lassen. Er legte es ihnen sogar geradezu in den Mund…. Seine Größe erschüttert mich. Er wäre diesen schweren Weg notfalls auch ganz alleine gegangen.

Johannes Kapitel 6

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